Projekt:

“ Fit und selbstbewusst gegen Gewalt“  

Kontakt:

1.Karate Club Hainichen 

Südstraße 9 

09661 Hainichen 

www.karate-hainichen.de 

info@karate-hainichen.de 

Projektbeschreibung   

 

Organisation: 

Unser Verein: „1.Karate Club Hainichen e.V.“ schafft im Rahmen der Zusammenarbeit mit der Grundschule der Stadt Hainichen die Voraussetzungen für die Umsetzung des Konzeptes. Diese Zusammenarbeit wird im Folgenden erläutert. 

Die Vorstandsvorsitzende und Trainerin des o.g. Vereins ist neben der Trainertätigkeit im Verein gleichzeitig Lehrerin an der Grundschule in Hainichen. Sie ist hauptverantwortlich für den Fachbereich Sport. 

Aus dieser Doppelfunktion ergibt sich die enge Zusammenarbeit mit der Grundschule. Die Besonderheit der Zusammenarbeit zwischen Verein und Schule liegt im integrativen Lernansatz der Schule und des Vereins. 

Konkret bedeutet dies, dass alle Kinder die Möglichkeit haben, altersgerecht eingeschult zu werden. Die integrative Arbeit sieht vor, dass Kinder mit Teilleistungsschwächen und anderen Beeinträchtigungen in den ganz normalen Schulalltag aufgenommen und in den einzelnen Klassen integriert werden. Genau an dieser Stelle setzt unser Vereinskonzept an, welches später erläutert wird. 

Der Bürgermeister, Herr Greysinger, schafft die Voraussetzung für das Gelingen des Projektes. Zur Unterstützung wird uns die Turnhalle kostenlos zur Verfügung gestellt und kinderfreundliche Hallenzeiten frei gehalten. 

Konzeptbeschreibung: 

 

Dieses Integrationskonzept läuft seit mehr als 15 Jahren unter dem Namen: 

„Fit und selbstbewusst gegen Gewalt“ – AG Karate 

 

Einmal in der Woche wird dieses Projekt für Kinder im Vorschulalter und für Kinder im Grundschulalter angeboten. Damit auch die Schwächsten der Gesellschaft daran teilhaben können, wird das Angebot 1 Jahr lang  kostenlos praktiziert. Danach besteht die Möglichkeit, sich im Verein anzumelden. 

Seit 2013 hat der 1. Karate Club Hainichen e.V. sein integratives Konzept erweitert und möchte die wichtigsten neuen Arbeitsbereiche kurz erläutern: 

 

 

Projekt: „Fordern und Fördern“ - Integration 

 

Unser Karate Club Hainichen hat vor der Eröffnung der DAZ-Klassen in Hainichen mit der Integration von Kriegsflüchtlingen und Asylbewerbern begonnen.

So wurde Kontakt zu Flüchtlingen in Mobendorf; Flöha und Frankenberg aufgenommen, denn es gab das Begehren dieser Kinder, in unserem Karateverein trainieren zu dürfen.  Auch gibt es in Hainichen Kinder aus anderen Ländern, die über längere Zeit schon in der Stadt wohnen und schon länger im Club integriert sind.

  

„Wir machen uns stark gegen Fremdenfeindlichkeit und setzen klare Zeichen“

 

Der Karate Club Hainichen hat sich zum Ziel gesetzt, Flüchtlingskinder zu unterstützen, indem wir Zugang zu unserem Verein und dem Karate-Sport ermöglichen. Diesen Auftrag verstehen wir als gemeinsame Aufgabe mit unseren Vereinsmitgliedern. Sie sollen nicht nur Integration erfahren, sondern leben. 

Gerade als wir mit dem Integrationsprogramm begonnen haben, sind in Sachsen die fürchterlichen Demonstrationen(Pegida…ect) in den Großstädten entstanden, die an Peinlichkeit nicht zu übertreffen waren und leider auch zu viele Menschen anlockten. Sie bekamen eine öffentliche Plattform, sich unangemessen zu äußern. Leider wurde zu spät darauf reagiert. Dass es auch anders geht, wird tagtäglich in Sachsen und Hainichen praktiziert. 

Das ist nicht Sachsen, das sind nicht wir und das sind nicht unsere Vereine und unser Sport.
 

Jeder und jeder einzelne soll beim Sport und Spiel und in den Vereinen auf dem individuellen Weg in ein selbstbestimmtes und eigenverantwortliches Leben gefördert und begleitet werden, egal ob Ausländer, Flüchtling oder nicht. 

Aktuell haben wir natürlich bewusst Flüchtlingskinder aus Kriegsregionen angesprochen, da wir auch „Normalität“ herstellen wollten. Eine Kooperation zur Grundschule besteht schon seit mehreren Jahren, sodass wir auf den Zustrom von Flüchtlingskindern sofort reagieren konnten. 

Viele dieser Kinder wachsen in einem Alltag auf, der geprägt ist von Kriegen, Gewalt, Vertreibung oder Verlust der Familie. Wir kennen alle die Schreckensbilder und das Ausmaß der Flucht über das Mittelmeer. Nicht sichtbar sind die seelischen Folgen. Sie sind nicht selten Auslöser neuer Gewalt und Aggressivität.  

Damit setzt sich unser Verein bewusst auseinander und versucht, die seelische Stabilität durch ein gemeinsames Training und ein gemeinsames Miteinander zu stärken. Diesen Kindern Chancen für eine bessere Zukunft zu geben, im Sport zu fördern und die Sprachschwierigkeiten durch Integration zu überwinden, ist ebenfalls unser Ziel. 

Die Basis dafür schafft unser Club, indem diese Flüchtlingskinder kostenlos im Verein trainiert und eigekleidet werden. Dafür haben wir Patenschaften gemeinsam mit Firmen, Eltern, Verbände und Institutionen entstehen lassen und arbeiten mit dem Zentralrat der Muslime in Deutschland zusammen und unterstützen das Programm: 

 

 

Mit dem von uns organisierten „Mittelsächsischen Integrationsfestival“ sind an einem Tag 30 neue Patenschaften entstanden. 

Paten sind u.a. Frau Petra Köpping(Staatsministerin für Gleichstellung und Integration), Frau Doktor Raatz(Mitglied des Bundestages), der Bürgermeister der Stadt Hainichen, Dieter Greysinger  und viele Eltern aus unserem Verein: 

1. Karate Club Hainichen e.V. 
 

Inzwischen kommt viel von den Kindern zurück. Freundschaften entstehen, die Kinder lachen wieder, malen aus Dankbarkeit Bilder und trainieren fleißig. 

Auch die schon länger im Verein integrierten Familien aus Vietnam oder beispielsweise der Türkei, werden in unser aktives Vereinsleben mit einbezogen. Neben Wettkämpfen, Prüfungen und anderen Herausforderungen, werden Möglichkeiten geschaffen, das eigene Können in der erlernten Kampfsportart öffentlich zu zeigen.  

So konnten alle Kinder, die es wollten, im Rahmen einer Talente- Förderung zur Schuleröffnung der „neuen“ Eduard-Feldner- Grundschule, auftreten. Dies bereitete allen Kindern Freude und erzeugte Stolz und Vertrauen auf die bisher erreichten Leistungen. 

Es gab viele positive Reaktionen der Besucher ebenso  auch in der Öffentlichkeit (aktuell RTL), sodass hier  das Selbstbewusstsein der Kinder weiter gestärkt wurde und Integration gelebt wird. 
 

Auch mit der Erfahrung, dass durch Umzüge oder das Ankommen neuer Kinder, ein ständiger Wechsel in den Trainingsgruppen entsteht, wollen wir an unser Konzept festhalten.

In der Stadt Hainichen und mit dem Bürgermeister der Stadt hat sich eine neue Arbeitsgruppe gebildet, die sich zur Aufgabe gemacht hat, eine Willkommenskultur zu entwickeln und zu gestalten. In dieser Arbeitsgruppe ist auch unser Karate Club Hainichen aktiv, sodass mit Öffentlichkeitsarbeit, Unterstützung und Aufklärung der Fremdenfeindlichkeit entgegengewirkt werden soll und wird.  

Unser Club macht sich stark für ein friedliches Miteinander und  Respekt vor dem Leben anderer Menschen. 
 

Diese Vereinskultur hat dazu geführt, dass unser Verein zahlreiche Auszeichnungen und Ehrungen erhalten hat:

  • PSD- Regio –Sport- Preis 2008
  • Gütesiegel „SPORT PRO GESUNDHEIT“
  • Deutscher Schulsportpreis 2010
  • Deutscher Bürgerpreis / Bundesfinale 2015
  • Sterne des Sports in Bronze, Silber und Gold von 2013 bis 2015
  • Sächsischer Bürgerpreis 2016 /Nominierung /Sport für Demokratie und Toleranz
  • Sächsischer Integrationspreis / 02.12.2016 Nominierung
  • Regelmäßige Auszeichnungen durch den Bürgermeister der Stadt Hainichen, Herr Dieter Greysinger

 

 

 

 

 

 

 

Ablauf:

 

Seit 2005 bieten wir das Selbstverteidigungs- und Selbstbehauptungstraining einmal in der Woche an. Die Besonderheit liegt darin, dass wir gezielt die „Schwächeren der Gesellschaft“ ansprechen und zum Mitmachen motivieren. Dies betrifft Kinder mit Handykaps und Flüchtlingskinder. Am Anfang eines neuen Schuljahres wird dieses Projekt in der Grundschule, im Hort und in den Kindergärten öffentlich ausgeschrieben. Hier hat jeder die Möglichkeit, sich für das neue Schuljahr anzumelden. Da das Projekt kostenfrei angeboten wird, haben auch sozial schwach gestellte Familien Zugang zu diesem hochwertigen Training und der speziellen Förderung. 

Im Rahmen des Bildungskonzeptes der Grundschule (Integratives Lernprogramm und DaZ- Schule) werden Förderpläne für die Kinder erstellt, die am Nachmittag beim Karate-Sport weitergeführt werden. 

Wir trainieren Kinder mit Körperbehinderungen, Bewegungseinschränkungen, Schwerhörigkeit, ADS, ADHS, Asthma und Lernbehinderungen… Und aktuell trainieren wir Kinder und Jugendliche asylsuchender Familien. 

 

 

 

Trainingsinhalte:

 

  • Spezifisches Fitnesstraining (den gesundheitlichen und landestypischen Voraussetzungen angepasst
  • Vielfältige Methoden der Stressbewältigung
  • Zielgruppenorientiertes Selbstverteidigungstraining (Grundlagen)
  • Selbstbehauptung
  • Effektive Selbstverteidigungstechniken
  • Erwerb sozialer Kompetenzen durch Spiele

 

 

Die Darstellung der Trainingsinhalte umreißen wir nur kurz, da die ausführlichen Inhalte den Rahmen sprengen würden. 

Ziele:

 

  • Wir stärken die Persönlichkeit durch das Setzen von Grenzen: „Ich-Stärkung“ (Selbstvertrauen, Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein)
  • Wir bewachen gemeinsam die Grenzen durch Gefahrensensibilisierung und Schulung der Wahrnehmungsfähigkeit.
  • Durch Intuition und Körpersprache entwickeln wir die Verhaltens- und Verteidigungsstrategien
  • Wir stärken die Kinder und Jugendlichen in der Verteidigung von Grenzen (sich wehren, überwinden, erkennen, abgrenzen und anvertrauen)

 

Grundsätze der Umsetzung

 

Die methodische Herangehensweise erfolgt durch Rollenspiele, in denen verschiedene Rollen übernommen werden. Diese Rollenspiele können durch Partner-oder Gruppenübungen erfolgen.

 


 

Es werden verschiedene Strategien der Konfliktbewältigung und Konfliktlösung durch Selbstbehauptungsübungen aufgezeigt. Das Grundlagentraining ist altersgerecht aufbereitet und wird überschaubar praktiziert. Die Techniken sind dem entsprechenden Alter, dem Entwicklungsstand, den Behinderungen und Teilleistungsschwächen angepasst.

 

Die Trainingsinhalte zielen vor allem auf die Wichtigkeit der Empathie.

  • Empathische Menschen sind vor allem pro-sozialer eingestellt.
  • Sie sind seltener aggressiv und legitimieren seltener aggressives Verhalten
  • Empathie mit dem potenziellen Opfer wirkt sich hemmend auf die Gewalt aus.

Deshalb ist dieser Erwerb dieser emotionalen Kompetenz Voraussetzung für den Erwerb weiterer sozialer Kompetenzen.

 

Nicht zuletzt zielt unser Konzept darauf, die einzelnen Teilleistungsschwächen zu kompensieren und Krankheitsbilder zu verbessern oder zu beheben. Hier haben wir schon bemerkenswerte Erfolge erzielt und werden von den Ärzten der Stadt und Umgebung empfohlen.

 

Unsere Angebote haben uns auch in der Breitensportentwicklung der Region Mittelsachsen gestärkt. Durch unser Konzept werden Kinder an das Vereinsleben herangeführt. Jährlich können wir wachsende Mitgliederzahlen verzeichnen. Auch dies sind bemerkenswerte Erfolge.